Der 8.125 Meter hohe Nanga Parbat strahlt nicht nur eine unglaubliche Faszination aus, der Berg sollte auch das Schicksal von Reinhold Messner entscheidend prägen. Im Theater am Aegi wird Deutschlands berühmtester Bergsteiger am 18. Januar einen Live-Vortrag zum Nanga Parbat halten. Dieser Vortrag wird filmisch und fotografisch untermalt und der fesselnde Nanga Parbat im Westhimalaya bildet den Mittelpunkt. Dabei berichtet Reinhold Messner von den Alpinisten, die durch den Berg Geschichte geschrieben haben und oftmals doch ihr Leben lassen mussten. Ruhm und Tragödie liegen nämlich bei kaum einem anderen Berg so nah beieinander, wie beim Nanga Parbat. Im Jahr 1895 war Albert Mummery der beste Bergsteiger seiner Zeit. Beim Übergang von der Diamir-Seite zur Rakhiot-Seite verschwindet er spurlos. Unvergessen bleibt „Eispapst“ Willo Wenzenbach, der 1934 mit acht weiteren Bergsteigern im Schneesturm stirbt. Gegen den Befehl des Expeditionsleiters macht sich 1953 Hermann Bühl auf den Weg zum Gipfel und erklimmt diesen als erster Mensch.

Eine persönliche Tragödie bleibt unvergessen

So sehr Reinhold Messner den Nanga Parbat auch bewundert, so tragisch ist das Schicksal, welches er selbst mit dem Berg verbindet. Eine Begegnung mit dem Berg im Jahr 1970 prägt Reinhold Messner bis heute. Zusammen mit seinem Bruder Günther schafft er es, mit der Rupalwand die höchste Steilwand der Erde zu durchsteigen. Beim Abstieg kommt es dann allerdings zur Tragödie. Günther wird höhenkrank und kann nicht mehr ins Biwak zurückkehren. Der sichere Absturz droht, weshalb ihn Bruder Reinhold trotz Lawinengefahr durch die 4.000 Meter hohe Diamir-Flanke führt. Doch das Schicksal ist unerbittlich und Günther wird am Wandfuß von einer Eislawine begraben. Reinhold Messner sucht verzweifelt nach ihm, doch alle Bemühungen bleiben erfolglos. Stark geschwächt schleppt er sich tagelang talwärts und ist dabei immer wieder dem Tode nahe. Drei Holzfäller werden für ihn zur Rettung. Sie tragen den völlig entkräfteten Reinhold Messner zu seiner Expeditionsmannschaft, die bereits den Heimweg angetreten hat. Trotz dieses Grauens lässt ihn der Nanga Parbat nicht los. Acht Jahre später will es Reinhold Messner noch einmal wissen. Als erster Mensch überhaupt schafft er es, den Gipfel des Nanga Parbat vom Basislager aus im Alleingang zu besteigen. Diese Expedition sollte die Glanzleistung seines Lebens darstellen und hat möglicherweise dazu geführt, dass er nach allen Strapazen doch noch Frieden mit der Unbarmherzigkeit des Nanga Parbat schließen konnte.

Foto Urheber : lorenzot81