Texte von Goethe und Euripides neu interpretiert

Am Schauspielhaus Hannover wird ab dem 8. Dezember eine ganz besondere Inszenierung der „Iphigenie“ zu sehen sein. Verantwortlich dafür ist Regisseurin Anne Lenk, die die Texte von Goethe und Euripides völlig neu interpretiert hat. Die 1978 geborene Anne Lenk absolvierte zunächst einmal ihr Regiestudium an der Otto-Falckenberg-Schule, ehe sie in Augsburg zur Hausregisseurin ernannt wurde. Auch in Bochum, Osnabrück, Lübeck und Aachen war sie bereits mit ihren Stücken zu sehen. Zudem inszeniert sie regelmäßig Schauspiele für das Thalia Theater Hamburg  und das Residenztheater München. Nun ist sie also mit  „Iphigenie“  im Schauspielhaus Hannover zu Gast. Dabei sucht sie mit ihrem Stück eine Verbindung zwischen den Texten der beiden Schriftsteller Euripides und Goethe. Rund um die Figur gibt es zahlreiche sagenhafte Überlieferungen, doch gerade die Stücke des griechischen Dramatikers Euripides sorgten für Aufsehen. Um etwa 408 v. Chr. entstanden die beiden Tragödien „Iphigenie bei den Taurern“ und „Iphigenie in Aulis“. Goethe schrieb im Jahr 1779 auf Basis des Stücks „Iphigenie bei den Taurern“ sein Meisterwerk „Iphigenie auf Tauris“. Die Geschichte Iphigenies wird von Anne Lenk komplett neu inszeniert. So hält sie die Zeit von der Opferung Iphigenies in Aulis bis hin zur Selbstermächtigung in Tauris in dramatischen Szenen fest.

Eine spannende Geschichte von Leben und Tod

 

Das Meer scheint im Hafen von Aulis still zu stehen. Es geht kein Wind und die griechische Segelflotte muss mit dem Aufbruch gen Troja noch warten. Sie wollen die Stadt niederbrennen und endlich Helena befreien. Göttin Artemis hat jedoch andere Pläne und will für die Befreiung Helenas ein anderes Opfer. Sie wird erst für Wind sorgen, wenn Iphigenie, die Tochter von Heerführer Agamemnon dem Tod geweiht wird. Ist das Opfer zu gewaltig oder ist die Verlockung des Krieges gegen die Barbaren zu groß? Was wäre das für ein Sieg, wenn er auf dem Tod eines Kindes beruht? Der Siegeswillen ist längst über die Menschlichkeit erhaben und der Tod Iphigenies scheint beschlossene Sache zu sein. Die Göttin Artemis hat jedoch andere Pläne mit ihr und rettet sie vor dem Opferaltar. Sie lebt fortan bei den Taurern und verändert die dortige Gesellschaft. Mit ihrer Vernunft, Wärme und Humanität zieht sie das Volk in ihren Bann. Doch wem gehört Iphigenie eigentlich? Irgendwann beginnt das Spiel erneut.

 

 

Foto: Kerstin Schomburg / Hannover.de

 

Schauspielhaus

Prinzenstraße 9

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