Frauen haben die Welt der Kunst geprägt

Wer an Kunst denkt, der denkt an Salvador Dali, Leonardo Da Vinci oder Michelangelo. Fast alle uns bekannten Künstler sind männlich, dabei gab es unzählige Frauen, die mit ihren Kunstwerken für Furore gesorgt haben. Diese gerieten im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte aber zumeist in Vergessenheit. Kunst ist beileibe nicht männlich, auch wenn dieser Eindruck beim Blick in die Galerien entstehen könnte. Im Ballhof Zwei in Hannover findet am 11. Januar die Uraufführung „Furien des Erinnerns“ statt. Zu diesem Zweck wälzte die Fräulein Wunder AG Biographien und Korrespondenzen von Theaterfrauen. Das Theaterkollektiv stellt sich dabei die Frage, ob die Zukunft weiblicher geprägt sein wird. Die Antworten darauf gibt es am 11. Januar im Ballhof Zwei zu sehen. Seit 2004 inszeniert das Theaterkollektiv magische Momente visionärer Alltagsutopien und Gesellschaftsmodelle. Die Entwicklungen der Stücke basieren auf (auto-)biografischen Reflexionen und künstlerischer Feldforschung.

Frauen an die Macht

Eine vielzitierte Verheißung besagt: „The future is female“. Doch sind unsere Erinnerungen eigentlich „female“? Im Ballhof Zwei geht das Jugendprogramm des Schauspiel Hannover dieser Frage auf den Grund. An welche historischen Frauenfiguren können wir uns eigentlich erinnern? Welche prägenden Frauen gerieten trotz ihrer Leistungen längst in Vergessenheit? Wer kennt die Künstlerinnen Aphra Behn, Elsa von Freytag-Loringhoven oder Hrotsvit von Gandersheim? Wahrscheinlich nur wenige Menschen, obwohl die drei Frauen zu Lebzeiten aufsehenerregende Kunstwerke erschufen.

Nun wird sich bei „Furien des Erinnerns“ gegen das Vergessen aufgelehnt. Vielmehr soll eine Veränderung eingeläutet werden. Die Kunsthistorikerin Camille Morineau fordert: „Wir müssen Geschichte schreiben, um dauerhaft etwas zu verändern. Die Archive müssen neu aufgestellt und an unsere Kinder und Enkel weitergegeben werden. In der Geschichte der Kunst waren Frauen präsent und das darf niemals vergessen werden.“ Im Theaterstück selbst kämpfen fünf Frauen gegen das Vergessen an. Sie rufen nach den rückwärtsgewandten Rachegöttinnen, den Furien des Erinnerns. Wie lassen sich Erinnerung und Geschichte neu schreiben? Warum ist das Genie noch immer männlich? Welche Eigenschaften unterscheiden Künstlerinnen von Künstlern? Das Stück „Furien des Erinnerns“ soll den Besuchern die Augen öffnen und der Geschichte eine neue Richtung verleihen.

auf dem Foto: Sabrina Ceesay
Copyright: Kerstin Schomburg