Ein Plädoyer gegen Machtmissbrauch

Im Ballhof Eins in Hannover wird am 30. Januar auf jeden Fall gelacht. Warum das so ist? Weil dort die Komödie „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ seine Premiere feiert. Dabei hatte die Komödie einst durchaus einen ernsten Hintergrund. Das Stück von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais durfte dem Publikum im Jahr 1784 erst nach einem vier Jahre dauernden Aufführungsverbot präsentiert werden. Die Vorstellungen wurden immer wieder von den Beifallsstürmen der Zuschauer unterbrochen, denn es wird hier mit zahlreichen Tabus gebrochen. Der Nerv der Zeit wurde im vorrevolutionären Frankreich getroffen und die Zeit des Umbruchs endgültig eingeläutet. In „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ werden die Themen Machtmissbrauch und Zweiklassengesellschaft ganz bewusst hinterfragt. Der ungarische Regisseur András Dömötör hat das Stück nun für den Ballhof Eins neu inszeniert. Dömötör war bereits in Berlin, Budapest und Graz tätig. Er ist für seine humorvollen und politischen Stücke bekannt, die trotz aller Seriosität nur so vor Absurdität und Wahnwitz strotzen. Noch immer hat auch „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ nichts von seiner Aktualität verloren. Bereits 1778 wurde das Stück geschrieben und zeugt von der Veränderung in der Gesellschaft. Das Volk wollte sich nicht länger von der herrschenden Klasse unterdrücken lassen und genau gegen diese Ungleichheit geht die Geschichte vor.

Die Handlung

Im gräflichen Schloss herrscht Hochzeitsstimmung. Der Kammerdiener des Grafen Almaviva, Figaro, soll sich mit der Kammerzofe der Gräfin Rosina, Susanne, vermählen. Vor der Hochzeit bricht Susanne ihr Schweigen und klärt Figaro darüber auf, dass die Zuwendungen des Grafen Almaviva nicht ohne Hintergedanken an das Brautpaar erfolgten. Der Graf möchte sich das Recht der ersten Nacht mit seinen Untertanen im Fall der attraktiven Susanne bewahren, obwohl dieses durch seine eigene Hochzeit eigentlich erloschen ist. Er will die Privilegien seines Standes durchboxen, hat aber mit Figaro einen nicht zu unterschätzenden Gegenspieler gefunden. Der schmiedet nämlich voller Witz eine ausgeklügelte Intrige. Kurzum wird im Stück „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ mit alten Verhaltensmustern abgerechnet. Trotz der humorvollen Dialoge regt die Handlung durchaus zum Nachdenken an.

Foto: Patrick Guenette / hannover.de

Ballhof Eins

Ballhofplatz

30159 Hannover