„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ feiert am 28. Februar im Schauspielhaus Hannover Premiere

Die Medien üben einen großen Einfluss auf die Gesellschaft aus. Nicht nur in der Vergangenheit konnten die Medien ganze Karriere zerstören, auch heutzutage ist dieses Thema allgegenwärtig. In Zeiten des Internets verbreiten sich Nachrichten wie ein Lauffeuer und normale Menschen werden plötzlich zu Gejagten. Schon 1974 hat Heinrich Böll diese Entwicklung angeprangert. Mit seinem Werk „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ kritisierte er den Einfluss der Medien. Regisseur Stefan Pucher bringt das gleichnamige Theaterstück nun nach Hannover. Am 28. Februar feiert „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ im Schauspielhaus Premiere.

Ein Zufall verändert alles

Als die eher schüchterne Haushälterin Katharina Blum mit einem radikalen Rechtsbrecher die Nacht verbringt, ändert sich ihr Leben von Grund auf. Sie gerät durch den zufälligen Kontakt in die Räderwerke der Sensationspresse und ins Visier der Ermittler. Sie wird Opfer von Hetzkampagnen und an Privatsphäre ist nicht mehr zu denken. Gilt bei einem Mensch mit diesem Kontakt tatsächlich noch die Unschuldsvermutung? Alle Intimitäten werden publik gemacht und je reißerischer die Schlagzeile, desto besser für den Zeitungsverkauf. Heinrich Böll erzählt eindringlich vom Leben der Katharina Blum und seine Kritik an den Medien kommt nicht von ungefähr. Durch eine Zeitungskampagne der BILD wurde Böll selbst zum Opfer der Medien, da er angeblich in einem seiner Artikel mit der RAF sympathisierte. In seinem Werk übt Katharina Blum Rache und erschießt ihren journalistischen Hauptpeiniger. Es wird aufgezeigt, wie Gewalt entsteht und welche Auswirkungen sie haben kann. Der 1965 in Gießen geborene Regisseur Stefan Pucher hebt mit seinem Stück noch einmal die Kritik an den Medien hervor und begibt sich auf die Suche nach den verlorenen Werten der Bundesrepublik Deutschland. Mediale Gewalt ist allgegenwärtig und wir sehen scheinbar belanglos zu. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ soll wachrütteln und uns an längst vergessene Tugenden erinnern. Am 28. Februar findet die Premiere im Schauspielhaus Hannover statt.

Foto: 123rf, Urheber: Lapandr

Schauspielhaus Hannover

Prinzenstr. 9

30159 Hannover